Neuere Therapieoptionen

In den letzten Jahren wurden viele ermutigende Fortschritte im Kampf gegen den Lungenkrebs gemacht.

Forscher untersuchen die ganze Zeit über potenzielle neue Therapien oder Behandlungsstrategien. Die untenstehende Liste ist eine kurze Auswahl aus den unterschiedlichen Arten potenzieller Anti-Krebs-Wirkstoffe und Technologien, die sich in der Untersuchungsphase befinden:

Neue Operationstechniken

Video-assistierte Thorakoskopie (VATS): Eine weniger invasive Operationstechnik, die möglicherweise für Menschen mit einer geringen Lungenfunktion, bei denen keine größere Operation durchgeführt werden kann, hilfreich sein kann. VATS gestattet eine "Schlüsselloch"-Operation, die es dem Chirurg erlaubt, die notwenige Operation mit Hilfe einer Videokamera und einem Bildschirm durch einen kleinen Einschnitt durchzuführen.

Neue Bestrahlungstechniken

  • Die konforme 3-D Strahlentherapie ist eine wichtige neue Technik, die es gestattet, in einer kürzeren Einschaltzeit die Dosis der Strahlung zu vergrößern.
  • Die Kombination von sowohl primärer Strahlentherapie und Chemotherapie wird untersucht und zeigt sich vielversprechend.
  • Fraktionierung: Die Technik, die Dosierung, Dauer und Zeit zwischen den Strahlungsbehandlungen zu variieren.
  • Strahlungswandler können verwendet werden, um die Zellreaktion auf Strahlung zu verändern. Diese Wirkstoffe scheinen Krebszellen daran zu hindern, die Schäden zu reparieren, die durch die Strahlentherapie verursacht wurde.
  • Strahlensensibilisatoren sind Wirkstoffe, die die Zellen anfälliger für die Strahlenwirkung machen.
  • Brachytherapie – ist eine Technik, um eine hohe Strahlendosierung aus sehr geringer Entfernung zu verwenden und bedeutet, dass eine Strahlenquelle in den Atemweg in der Nähe des Tumors platziert wird.

"Epidermal Growth Factor Receptor" (EGFR) Inhibitoren

EGFR-Inhibitoren wurden konzipiert, um das unkontrollierte Wachstum von Krebszellen bei bestimmten Tumorarten aufzuhalten. EGFR-Inhibitoren funktionieren dadurch, indem sie einen der wichtigen Signalpfade, der am Wachstum von Krebszellen bei Lungentumoren beteiligt ist, blockieren. Klinische Studien dieser Wirkstoffe bei Lungentumoren im fortgeschrittenen Stadium haben gezeigt, dass bei einer signifikante Anzahl an Patienten der Tumor entweder schrumpft oder die Krankheit stabilisiert ist und bei vielen Patienten trat eine Verbesserung der mit der Erkrankung verbundenen Symptome auf.

Neue Chemotherapie-Wirkstoffe

Vielversprechende neue Chemotherapie-Wirkstoffe werden zurzeit in klinischen Studien getestet, entweder einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen. Die zeitliche Abstimmung und die Dosierung der chemotherapeutischen Wirkstoffe befinden sich in der Überprüfung ebenso wie Produkte, die die Effektivität dieser Medikamente erhöhen könnten, oder die während der Chemotherapie die normalen Zellen schützen könnten.

Antiangiogenetische Präparate

Eine Reihe von Therapien befinden sich in der Prüfphase, die möglicherweise die Bildung von Blutgefäßen hemmen können. Feste Tumore, wie z.B. Lungenkrebs können im menschlichen Körper nur wachsen und überleben, wenn sie ihre eigenen Blutgefäße bilden und diese mit der Blutzufuhr des Körpers verbinden. In dem der Tumor daran gehindert wird, auf die Blutzufuhr des Körpers zuzugreifen - die Nährstoffe und Sauerstoff zu den Tumorzellen transportiert und es ihnen so erlaubt, zu überleben und zu wachsen und Abfallprodukte abtransportiert, damit sie anderswo im Körper verarbeitet werden - werden Tumorzellen schließlich absterben.

Gentherapie

Die Gentherapie gegen Krebs verwendet genetisches Material als Therapeutikum. Das Ziel ist es, in die Krebszellen ein Regulatorgen einzuführen, dass zuvor abhanden gekommen oder verändert wurde, oder zu versuchen die Produktion eines Gens zu verhindern, dessen Funktion es ist, den unkontrollierten Zellwachstum zu fördern. So weisen beispielsweise die Hälfte aller NSCLC Patienten Abnormalien auf ihrem p53 Gen auf - das Gen, das für das Abtöten abnormaler Zellen verantwortlich ist. Ob dieses Gen oder andere an Lungenkrebs beteiligte Gene, die Gentherapie ist möglicherweise eine vielversprechende Therapieoption zur Vorbeugung und Behandlung von NSCLC.

Matrix Metalloproteinase Inhibitoren

Matrix Metalloproteinasen (MMPs) sind natürlich auftretende Enzyme, die dabei helfen die Struktur zwischen den Zellen abzubauen, um Platz für neues, gesundes nachwachsendes Gewebe zu machen. Diese Enzyme sind für normale Vorgänge im Körper, wie z.B. für die Entwicklung von neuen Blutgefäßen und die Wundheilung wichtig. Es wird jedoch auch angenommen, dass MMPs Tumorzellen dabei helfen, das umliegende gesunde Gewebe zu befallen und sich auf entferntere Teile des Körpers auszubreiten. Außerdem unterstützen sie möglicherweise die Entwicklung neuer Tumorblutgefäße. Es wird gehofft, dass durch das Hemmen der Tätigkeit der MMPs das Wachstum und die Ausbreitung des Tumors verlangsamt werden kann.

Therapeutische Monoklonale Antikörper

Monoklonale Antikörper sind Antikörper, die geklont oder auch künstlich in einem Labor reproduziert wurden. Sie binden sich nur an ein bestimmtes Protein, zu denen sie passen. Dies bedeutet, dass monoklonale Antikörper entwickelt werden können, um sich an bestimmte Tumorzellen zu binden und nur diese zerstören.